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  • andreadengel

Digitales Lernen – ist das die Zukunft?

In den letzten Jahren haben digitales Lernen, Training und Personalentwicklung an Bedeutung gewonnen. In der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt müssen Mitarbeiter*innen kontinuierlich neue Fähigkeiten erlernen, um sich weiterzuentwickeln und ihre Karriere voranzutreiben – ein Prozess, der als Upskilling bekannt ist.



Unternehmen haben erkannt, dass sie Mitarbeiter*innen regelmäßig weiterbilden müssen, um im Wettbewerb zu bestehen. Dafür bieten digitale Lernlösungen eine flexible und effiziente Möglichkeit, das Upskilling ihrer Mitarbeiter*innen zu fördern. Insgesamt ist Lernen und Personalentwicklung wichtiger denn je. Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass die Geschwindigkeit des Wandels in der VUCA-Welt extrem hoch ist und die notwendigen Skills sich verändern. Fachwissen ist schnell veraltet und Software übernimmt viele komplizierte Vorgänge. Es braucht zunehmend menschenorientierte und kreative Fähigkeiten, die in klassischen Trainingskatalog oft nur eine untergeordnete Rolle spielen. Organisationen müssen sich anpassen, indem sie Lernen und Entwicklung als strategischen Faktor verstehen und eine entsprechende Lernkultur entwickeln und pflegen.

Was gestern noch relevant war, ist heute veraltet, und Lerninhalte müssen ständig an neue, individuelle Anforderungen angepasst werden. Über die Pandemie-Zeit hinweg, ist die Akzeptanz von digitalen Formaten rasant in die Höhe geschossen.

Vielfach ist die Zahl der Trainings gestiegen und digitale Formate haben Schranken überwunden, selbst Coachings werden mittlerweile virtuell gut angenommen – ein Format, das noch zu Beginn der Pandemie als reines Präsenzformat gesehen wurde. Dies fördert jedoch auch die schiere Menge an Möglichkeiten und erschwert für die Personalentwicklung die Auswahl für das eigene Unternehmen.


Doch welche Vorteile hat digitales Lernen genau?

Es gibt verschiedene Arten des digitalen Lernens wie Online-Kurse, virtuelle Klassenräume, gamifiziertes Lernen und Micro-Learning. Jede dieser Methoden bietet spezifische Vorteile und kann individuell auf die Bedürfnisse und Ziele des Unternehmens und seiner Mitarbeiter*innen angepasst werden.

Ein weiterer Vorteil des digitalen Lernens ist, dass es ortsungebunden und (oft) zeitlich ungebunden ist. Dementsprechend können Mitarbeiter*innen von ihrem Laptop oder Arbeitshandy aus lernen, wann immer es am besten passt, was besonders für Berufspendler*innen oder Schichtarbeiter*innen ansprechend ist.

Im Zuge des digitalen Lernens haben Lernende mehr Freiheiten bei der Wahl ihrer Lerninhalte, um selbst zu entscheiden, was sie am dringendsten benötigen. Lernen steht nicht isoliert - integrierte Plattformen verbinden das Lernen mit Themen wie Veränderung, Talent- oder Leistungsmanagement und vernetzen darüber hinaus auch Lernende untereinander, wodurch neue Erfahrungen für Mitarbeiter*innen durch gemeinsames Lernen entstehen.

Gleichzeitig werden mittlerweile auch Personengruppen bedacht, die vorher nicht bei dem Thema digitales Lernen berücksichtigt wurde, wie zum Beispiel Produktionsmitarbeiter*innen. Dabei werden insbesondere Angebote um die Themen Team- und Konfliktkommunikation oder Zeitmanagement häufig genutzt. Das Angebot auf mehr Mitarbeitergruppen auszuweiten, kann für die jeweiligen Mitarbeiter*innen wertschätzend aufgenommen werden, da diese nicht nur die aktiven Hard Skills umfassen. Dafür können bestimmte Lernphasen definiert werden und Räumlichkeiten zu Verfügung gestellt werden.



Wie sollten moderne und digitale Weiterbildungsmöglichkeiten aussehen?

Gerade weil technische Lösungen viele Möglichkeiten bieten, erfordert eine optimale Learning Experience viel konzeptionelle Arbeit und technische Einrichtung in den Tools, aber auch im Punkt Integration: Welche Lernerfahrung will man allen Mitarbeiter*innen bieten und wer hat welche Lernmöglichkeiten zur Verfügung? Wo, wann und mit wem wird gelernt und die Erfahrungen geteilt? Wer fördert und fordert Lernen und begleitet so die Lernende?

Zudem sollte die Handhabung für alle Nutzer*innen intuitiv sein und möglichst keine Hürden, wie eine gesonderte Anmeldung an einem System haben. Lernende sollten die Möglichkeit haben, über ein eigenes Profil einen kontinuierlichen Überblick zu haben, welchen Lernstand man aktuell hat und wie sich dieser über die Zeit entwickelt hat. Ein übersichtliches Angebot an Lernpfaden sollte den Lernprozess unterstützen und ein "privater" Bereich (Speichern, Ablegen, etc.) sollte integriert sein.

Eine weitere Möglichkeit sind Downloadbereiche je Community und/oder Lerngruppe, die eine integrierte Chatfunktion oder gar eine Art Social-Media-Kommunikation verfügen. So kann auch eine Community Curation stattfinden: Nicht die HR Abteilung wählt die Kurse aus, die man machen kann, sondern die Auswahl aus einer großen Vielfalt erfolgt nach Empfehlungen von Kolleg*innen und Algorithmen, welche passende Vorschläge auf Basis des bereits erlangten oder benötigten Wissens machen.

Im Idealfall gibt es eine Plattform, welche alle elektronischen Lernmedien wie WBTs (Web Based Training), Lernvideos, Filme, Podcasts usw. zugänglich macht, um die Lernautonomie zu fördern und die Selbstlerngewohnheiten Mitarbeiter*innen zu unterstützen.

Ein weiterer Trend, der zum Erfolg beiträgt, ist Gamification: “Abzeichen”, kleine Gewinne, Quiz-Wettbewerbe, Planspiele und vieles mehr tragen zum Spaß der Teilnehmenden bei. Das erhöht die Teilnahmequote, aber vor allem den Anteil an Wissen, der auch nach der Schulung erhalten bleibt.


Und wie sieht die Zukunft des digitalen Lernens aus?

Für die meisten ist das digitale Lernen eine beschlossene Sache. Es ist gut aufgestellt. Die nächste Herausforderung ist nun die Personalisierung. Digitales Lernen soll jeden im Unternehmen mit dem individuell passenden Angebot erreichen. In Zukunft könnten noch einige spannende Formate hinzukommen, wie zum Beispiel Führungstrainings mit VR-Brillen, die ein vollständiges Eintauchen in die Trainingswelt und ein Abschalten von der Umwelt ermöglichen.

Außerdem muss das selbstgesteuerte Lernen im Hinblick auf das Teilen des Gelernten gestärkt werden: Sharing is Caring! Für die Personalentwicklung bedeutet dies, weit über Schulungskataloge hinaus zu denken. Es geht um die Mentalität von Mitarbeiter*innen und Führungskräften. Das Thema 'Connectivity' wird an Bedeutung gewinnen - nicht nur im Sinne von Vernetzung und sozialem Austausch, Coaching oder Mentorship. Es geht darum, Formate zu finden, in denen man team- und abteilungsübergreifend vernetzt ist.


Fazit

Die letzten Jahre wurde viel an digitalen Lernmöglichkeiten gearbeitet. Nun muss man sich fragen, wie nachhaltig diese Möglichkeit eingesetzt und erfolgreich sind.

Aktiver persönlicher Austausch kann nicht durch digitale Alternativen ersetzt werden, weswegen vor Ort Möglichkeiten trotz allen nicht wegzudenken sind. Am Ende müssen sich alle Unternehmen die Frage stellen, welche Möglichkeiten sie für sich selbst nutzen wollen und wie sich nachhaltig Ausbildungs- und Weiterbildungsprogramme verändern.



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